Gastbeitrag: Mag.a. iur. Daniela Strasser, MA

Hallo Dani, es freut mich ganz besonders, Dich als Gast bei Data.PROtector begrüßen zu dürfen.

Wir haben uns im ersten Semester im Studium kennengelernt. Ich kann mich noch so gut an diesem Tag erinnern, da wir beide so emsig vor der Vorlesung gelernt haben und uns dann begrüßt haben. Es war übrigens vorm HS1, dort wo es immer so gezogen hat. 😊 Und umso spannender ist es, dass wir beide – übrigens die einzigen beiden die ich aus unserer Clique kenne – im Datenschutzrecht unsere juristische Heimat gefunden haben.

Erzähl mal, wie bist Du zum Datenschutzrecht gekommen?

Genau so zufällig wie ich dich damals kennen gelernt habe. 😉 Ich habe mich im Studium auf die Öffentliche Verwaltung bzw. das öffentliche Recht spezialisiert und wollte auch diesen Weg einschlagen. Kurz vor meinem Abschluss (Ende 2017) wurde eine Stelle als Datenschutzbeauftragte für Oberösterreichs Gemeinden ausgeschrieben und ich prompt Datenschutzbeauftragte für knapp 100 Gemeinden.

Neben dem Grundrecht auf Datenschutz und informationelle Selbstbestimmtheit war ich immer an IT-Angelegenheiten interessiert. Die Art der Kommunikation und der Informationsfluss hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv gewandelt und aus meiner beruflichen Erfahrung (ich begann bereits mit 15 Jahren zu arbeiten) weiß ich, dass das Thema Datenschutz und Sicherheit einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen muss, um „am Ball“ zu bleiben und der Digitalisierung gerecht werden zu können.

Ganz faszinierend finde ich auch, dass Du nach deinem Jus-Studium noch den Master in Informationssicherheit gemacht hast. Wie kam es dazu?

Die FH Hagenberg hat gemeinsam mit dem Österr. Gemeinde- und Städtebund sowie meinem ehemaligen Dienstgeber einen Leitfaden für die Implementierung der Anforderungen der DSGVO entwickelt. Information Security Management wird als berufsbegleitendes Studium angeboten und setzt eine facheinschlägige Ausbildung voraus.

Und mal ehrlich – du weißt wovon ich spreche: eine Doktorarbeit in Rechtswissenschaften zu verfassen ist maximal eine herausfordernde Angelegenheit, ich wollte etwas mehr Praxisbezug. Und so kam es, dass ich meinen Beruf sowie das Zusatzstudium perfekt miteinander kombinieren konnte. Der Scope von Informationssicherheit ist weitreichender als Datenschutz, bringt aber viele Parallelen hervor.

Ja, das mit dem Unterfangen „Dissertation“ hab ich für mich auch schnell nach dem Diplomstudium ad acta gelegt. Denn ich wollte genau so schnell wie Du in die Praxis. Darf ich dich noch fragen, was Dich an der Materie Datenschutzrecht so fesselt?

Dazu kurz eine Geschichte: Im Jahr 2017 wollte ich mich in meinen Instagram-Account einloggen, ohne Erfolg. Ich wollte mein Passwort zurücksetzen, auf die Mail für die Zurücksetzung wartete ich vergeblich. Dann fand ich heraus: mein Account wurde von einer russischen E-Mail-Adresse gehackt. Mein Profilbild war verschwunden, dem wich ein Zugfoto – und ich bin kein Zugfan á la Sheldon Cooper.

Datenschutz ist allgegenwärtig und sichert unsere digitale Identität. Zudem ist es das Grundrecht, welches eine unmittelbare Drittwirkung vorsieht und somit auch gegenüber Privaten – und nicht nur gegenüber staatlichen Rechtsakten – durchgesetzt werden kann. Auch das spricht sehr für den Datenschutz.

 

Wie können wir auch junge Kolleg:innen und Studierende fürs Datenschutzrecht begeistern?

Das fängt schon im Grundstudium an. Das Grundrecht auf Datenschutz wurde im Verfassungsrecht sehr stiefmütterlich behandelt. Natürlich ist es eine „Nebenmaterie“, aber die Aktualität dieses Grundrechts ist aktueller denn je.

Toll finde ich die neuesten Entwicklungen an der JKU Linz, einen Bachelor-/Masterlehrgang der Rechtswissenschaften anzubieten, der auf die Digitalisierung und ihre rechtlichen Auswirkungen setzt.

Diese Ausprägungen würde ich mir auch für das klassische Diplomstudium Rechtswissenschaften wünschen. Die Sensibilisierung muss bereits im Grundstudium erfolgen, da jeder Absolvent – egal welche Sparte er einschlägt – mit besonderen personenbezogenen Daten, oder auch strafrechtlich relevanten Daten arbeiten wird.

Der Papierakt wird abgelöst und diese hoch-sensiblen Daten verschieben sich in digitale Systeme. Dass Daten einen „Wert“ – wie Geld – haben, sollte bereits im Grundstudium vermittelt werden.

Neben dem Studium ist es wichtig, jeden einzelnen Betroffenen zu sensibilisieren. Wir sprechen von Digital Natives der heranwachsenden Generation, die Gefahren und Konsequenzen müssen aber ebenso mitbedacht werden – und nicht nur die reine „Anwendung“. Hier bedarf es an Nachrüstung bereits in der Schulausbildung.

Im Studium haben wir die ein oder andere Prüfung gemeinsam gemeistert. Heute rufen wir uns hin und wieder gegenseitig an, um eine Datenschutz-Sparring-Partnerin zu haben. Und genau von diesem Know-How-Austausch profitieren wir beide. Dafür einen herzlichen Dank1

Vielen Dank liebe Dani, dass Du unser Gast warst und deinen Enthusiasmus für den Datenschutz geteilt hast.

Ich danke dir! Gratulation zu deinem Mut, dich selbstständig zu machen!

 

Mag. Daniela Strasser, MA

Juristin, Datenschutzexpertin und ausgebildete Information Security Managerin

Angestellte bei Fabasoft International Services GmbH

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